Der Trennungsschmerz – Die Liebe mit umgekehrten Vorzeichen

In dem Film „Sleepless in New-York“ werden in eindringlichen Bildern die Schmerzen beleuchtet, die eine Trennung verursachen. Die Anthropologin und Hirnforscherin Helen Fisher(69) aus New York erforscht seit 30 Jahren das Phänomen des Liebesschmerzes.

Sie wird auch «Doctor Love» genannt und sieht mittels Magnetresonanztomografen in die Hirne von Verliebten und soeben verlassenen Menschen hinein Der Spiegel bezeichnet sie als «eine der weltweit bekanntesten Liebesexpertinnen».

„Wenn man zurück gewiesen wird in der Liebe, dann liebt man diese Person immer noch. Tatsache ist, dass man sie noch mehr liebt als bisher!“

Warum ist das so? Warum können wir eine Trennung oder eine Zurückweisung nicht einfach akzeptieren, es abhaken und mit unserem Leben einfach weitermachen?

Warum können wir nicht schlafen, kaum einen klaren Gedanken fassen, weil sich unser Gehirn ständig um die geliebte Person dreht? Warum sehen wir ständig auf unser Telefon und warten auf seinen oder ihren Anruf? Warum sind wir wie gelähmt und stolpern nur noch durch unser Leben? Wir wissen, dass diese Schmerzen so schlimm werden können, dass manch einer von den Verlassenen sogar einen verzweifelten, letzten Ausweg sucht!

Eine der Protagonistinnen im Film lässt sich von Fisher das Hirn im Computertomografen untersuchen. Dabei stützt sie Fishers These vom Schmerz des Verlassenseins als körperlicher Manifestation mit Suchtcharakter. Es sind nämlich immer noch die gleichen Hirnareale aktiv, die auch während der Phase des Verliebtseins, wenn ein Mensch liebt und geliebt wird, am meisten aktiv sind! Es ist das Belohnungssystem, dass uns mit Dopamin überschüttet, das wiederum verantwortlich ist für den Fokus auf den geliebten Menschen und die Motivation, ihn bei uns zu halten. Es sind dieselben Regionen aktiv wie bei einer schweren Abhängigkeit von Heroin, Kokain oder Amphetaminen!

Wenn wir verliebt sind in einen Menschen, dann sind wir geradezu süchtig nach ihm. Nach seiner Anwesenheit, seiner Berührung und seinen Zärtlichkeiten. Ein bekanntermaßen schönes Gefühl. Noch stärker allerdings kann die Sehnsucht nach diesem Menschen werden, das Verlangen nach ihm.

Es ist vergleichbar mit der Sucht nach Kokain oder Nikotin. Wenn wir es haben, sind wir einfach nur glücklich, wird es uns genommen, gehen wir durch die Hölle. Liebeskummer und Trennungsschmerz können also körperliche Schmerzen verursachen, vergleichbar mit Zahnschmerzen oder einem kalten Entzug!

Also ist Liebeskummer das gleiche wie Liebe, nur anders gepolt? Genau so ist es, und die Forschungen von Helen Fisher bestätigen dies. Man könnte sagen, das in dem Phänomen der Liebe die Hölle bereits eingebaut ist. Fisher bemerkte einmal, dass die Natur es hier offenbar ein wenig übertrieben hat, als sie die Trennung so schwer verdaubar im menschlichen Gehirn angelegt hat.

In dem Film besucht einer der Protagonisten, der verlassen wurde, auch diverse Websites, die sich mit dem Thema der Trennung und des Trennungsschmerzes beschäftigen. Er erfährt wenig neues und noch weniger hilfreiches. Unser Gehirn ist eben so angelegt, dass wir eine Trennung von einer geliebten Person nur sehr schwer verkraften können. Eine Abkürzung ist offenbar nicht vorgesehen!

Aus und Vorbei? Noch lange nicht!

Aus und Vorbei? Noch lange nicht!

Aber trotzdem können Ratgeber wie „Aus und Vorbei? Noch lange nicht!“ von H.G. Birkenfeld wertvolle Hinweise darauf geben, wie man sich am besten verhält, um unter Umständen sogar die verloren geglaubte Lieber wieder zu gewinnen. Machen wir uns nichts vor, es wird nicht immer funktionieren. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass es doch zu einer Wiedervereinigung kommt, kann man maßgeblich beeinflussen, indem man sein Verhalten entsprechend ändert! Denn es funktioniert auf keinen Fall, wenn man die Fehler macht, vor denen HG Birkenfeld in seinem Buch ausdrücklich warnt.

 

Quellen und Resourcen:

Sleepless in New-York, 2014

Christian Frei Filmproductions GmbH

 

Helen Fisher:

  • Die vier Typen der Liebe: Wer zu wem passt und warum. Droemer Knaur Verlag, 2009
  • Warum wir lieben : die Chemie der Leidenschaft. Patmos Verlag, 2005
  • Das starke Geschlecht. Heyne Verlag, 2002
  • Anatomie der Liebe. Droemer Knaur Verlag, 1993
  • Der Urvertrag. Sexuelle Grundlagen der menschlichen Entwicklung. Lübbe Verlag, 1983

 

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